Rösermüller in Langenthal

Versuch einer Dokumentation von Joachim Niewisch

 Rösermüller hatte, bevor er nach Langenthal kam, mit seiner ersten(?) Frau in einem Bauernhof in Reichenholz gewohnt (lh). Er hat dann in Langenthal von etwa 1930 bis etwa 1955 gelebt. Seine ersten, mir bekannten Bilder stammen von 1933. Das ‚Rösermüllerhaus‘ war früher eine Bäckerei und wurde bis etwa 1933 von einer Familie Fuchs aus Nürnberg als Wochenendhaus genutzt. Das Foto stammt aus dem Jahr 1929 und zeigt das Haus mit der Beschriftung der Bäckerei und wurde mir von Marianne Seitzinger (ms), die damals 5 Jahre alt war, zur Verfügung gestellt. Wahrscheinlich wurde die Beschriftung erst von Rösermüller entfernt. Erstaunlich ist, dass der Baukörper bis jetzt unverändert vorhanden ist. Lediglich der Eingang wurde auf die Ostseite verlegt. Das Haus wurde später von der Familie Miaskivsky übernommen.

 Seinem Leben hat er in einem Altersheim in Deining, Landkreis Neumarkt am 17. Oktober 1957 durch Erhängen ein Ende gemacht. Lorenz Herdeis hat mir erzählt, dass es schon vorher einen Versuch in Langenthal gegeben hatte. Er wurde rechtzeitig entdeckt, es war aber noch lange die schaurige Strieme um den Hals zu sehen, eine ziemlich gruselige Vorstellung.

In der Langenthaler Sägemühle war er ein häufiger Gast. Er hatte die kuriose Angewohnheit, sich in der Küche gerne den Inhalt der Schubladen anzuschauen (lh)

Die meisten der mir bekannten Bilder haben als Motiv die Landschaft und Gebäude im Tal des Sindlbachs zwischen Oberölsbach und Oberlangenthal. Sie wurden von einigen ihrer Besitzern wenig geschätzt, mit Reiszwecken rahmenlos an die –feuchte- Aussenwand geheftet oder als Ersatz für  zerbrochene Fensterscheiben zweckentfremdet.

Meine Eltern haben zur Hochzeit 1952 ein Bild als Geschenk von ihm bekommen und meine Mutter hat zwei weitere rechtzeitig vor der Zerstörung aus einer Wirtschaft und einem Bauernhof retten können. Sie hat sie rahmen lassen, so dass sie seitdem gut konserviert sind. Ein weiteres Bild konnte Carl Dorr retten. Es ist in gutem Zustand. Drei weitere Bilder wurden in gutem Zustand entdeckt.

Unter Aquarelle sind 9 Bilder beschrieben, die an verschiedenen Standorten vorhanden sind und von den Besitzern sehr geschätzt werden. Die Vorstudie zum 'Sindlbach in Oberlangenthal' tauchte erst im Dezember 2004 auf, das Feldkreuz 'auf der Höh' erst Ende 2005.

Ich gehe davon aus, dass noch viele versteckte Schätze vorhanden sind und hoffe darauf, dass die Besitzer Fotos ihrer Bilder mit möglichst vielen Daten zur Verfügung stellen.

Ich habe im Februar 2000 versucht, die Standorte, von denen aus die Bilder gemalt wurde, zu finden und auch zu fotografieren. Das Ergebnis war sehr enttäuschend. Das normale Baumwachstum in den letzten 50 Jahren hat die Landschaft sehr verändert. Viele Ansichten sind aber auch durch nicht nachvollziehbare Aufforstungen, nicht mehr vorhanden.

Im Juli 2000 hatte ich Gelegenheit, das bisher einzige Ölgemälde zu fotografieren. Es handelt sich um ein Madonnenbild (wb).

Carl Dorr entdeckte bei einem Kunden zwei Federzeichnungen von Rösermüller, die er einer Angebeteten verehrt hatte. Er hat auch noch Votivbilder von ihm in der Kapelle Freiberg (cd) und am Wallfahrtsort Habsberg (cd) entdeckt. Rösermüller hatte sie zu aktuellen Anlässen für Betroffene in Langenthal und Litzlohe angefertigt. In Freiberg ist eines aus 1942 vorhanden. Ein (te) bekanntes in Habsberg ist bei Renovierungsarbeiten eingelagert worden.  2005 wurde im Turm der Wallfahrtskirche ein Zimmer mit den eingelagerten Votivbildern eingerichtet. Darunter wurde auch das Verschollen geglaubte wieder entdeckt. Ein weiteres Votivbild, dass einen Unfall mit einem Bauern aus Litzlohe beschreibt, ist im Vorraum der Gnadenkapelle in Habsberg von Carl Dorr entdeckt worden.

Joachim Niewisch, Samstag, Juni 09, 2007

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